Schimmelpilz-Ratgeber

Schimmelpilz-Ratgeber – Sinn und Zweck

Es ist interessant, dass die meisten „Schimmelpilzratgeber“ (auch von Institutionen) im Internet zu finden, immer den Nutzer (oft nur als Mieter mit offensichtlichem Handeln bezeichnet) im Fokus haben; nicht jedoch den Bauschaden am/im Gebäude durch Havarie mit verstecktem Schaden und damit verbunden auch „den Vermieter“ als verantwortlichen Eigentümer.

Das Gebäudealter in Verbindung mit der Gebäudemodernisierung bzw. -sanierung wird oft bei der Schimmelpilzbetrachtung außer Acht gelassen, jedoch das Nutzerverhalten verstärkt in den Vordergrund gestellt.

Man stelle sich vor folgende Situation vor:

Ein Nutzer, nennen wir ihn „Paul“ muss umziehen…Paul mag etwas erhöhte Raumluftfeuchtigkeit, da er von seinem HNO-Arzt aufgrund von gesundheitlichen Gründen die „Auflage erhalten hat, in etwas „feuchterer“ Umgebung bei einer relativen Raumluftfeuchtigkeit von 55-65% zu wohnen.

Jetzt muss Paul umziehen weil ihm seine 100qm große Wohnung als Single nach der Trennung zu teuer geworden ist und sich in 75qm verkleinern muss.

Folgende Wohnungen in verschiedenen Gebäuden stehen zu Auswahl:

a) Altbau aus 1920, dickes Vollziegel-MW, Außen- + Innenputz, abgehängte Holzbalkendecke, Radiatoren in Heizkörpernischen, alte Holzfenster teilweise mit ESG
b) Altbau aus 1950, Hüttenstein-MW, Außen- + Innenputz, Elektroheizung im Raum, alte Holzfenster
c) Altbau aus 1970, Betonwände, Konvektoren vor den Wänden, Alufenster
d) Altbau aus 1990, KS-MW, FB-Hzg., „dünnes“ WDVS, alte Kunststoff-Fenster
e) Neubau aus 2010, „gedämmte“ Ziegel-MW mit WDVS, Luft-Luft-Heizung mit WRG, thermisch getrennte Fenster neuster Stand

Aus Gründen der Vergleichbarkeit nehmen wir hypothetisch an, sein Schlafzimmer liegt im Erdgeschoss, Nordseite.

Folgende Grundrisstypen stehen zur Auswahl:

a) Altbau aus 1920: Rechteckiges Durchgangszimmer, 20qm, 3,5m hohe Decken, 2,50m hohe Innentür zur langen Seite, Holzbodendielen, 1 Fenster zur schmalen Seite/Außenwand
b) Altbau aus 1950: Quadratisches Zimmer über Flur erreichbar, 16qm, 2,60m hohe Decken, Linoleum-Bodenbelag, 1 Fenster zur Außenwand
c) Altbau aus 1970: Quadratisches Zimmer über Flur erreichbar, 18qm, 2,75m hohe Decken, Schlingenteppich, 2 Fenster an 2 nebeneinander/über Eck liegend zur Außenwand
d) Altbau aus 1990: Rechteckiges Zimmer über Flur erreichbar, 15qm, 2,70m hohe Decken, Velourteppich, Fenster gegenüber der Innentür an langer Seite
e) Neubau aus 2010: Rechteckiges Durchgangszimmer, 18qm, 2,70m hohe Decken, Laminat, Fenster gegenüber der Innentür an kurzer Seite

Gretchenfrage: In welchen der 5 Wohnungen, würde:

1. Eher ein Kondensationsproblem an der Baukonstruktion auftauchen ?
2. Die Schimmelpilzgefahr am höchsten sein ?
3. Die Raumluft zu trocken werden ?
4. Sich Paul am wohlsten fühlen ?

..ich bitte sich einmal eingehender mit den o.g. Fragestellungen auseinander zusetzen und eine oder mehrere Lösungen zu finden; anschließend sich dann noch einmal die Frage zu stellen, was die „allgemein gehaltenen Schimmelpilzratergeber“ für einen Sinn ergeben und ob der Nutzer immer Schuld an Schimmelpilzschäden hat !?

102total visits,2visits today