„Solar Loft II“, 1999

– „Energie-autark“ als Zukunft der Architektur –

 

Vorstellung eines Studienentwurfs (KE mit Kommilitonen Herrn N. Gellhaus) aus dem Jahr 1999 zum aktuellen Verständnis meiner „Grundphilosophie I“, was Architektur heute leisten muß und zukünftig leisten müßte, aber damals schon hätte schon geleistet werden können, wenn Zukunftsdenken bei Entscheidern nur zugelassen gewesen wäre…dabei sind Universitäten die Vorreiter im globalen Denken und Handeln…die Spielwiese manch finanzkräftiger Lobbyisten.

Knapp 24 Jahre hat die Architektur in Deutschland geschlafen, denn Architektur darf sich nur im Rahmen politischer Vorgaben entwickeln; typisches Beispiel der „Dämm-Wahn“ mit Polystyrolverdämmung und der „Ablaßhandel“ mit den CO2-Zertifikaten für angeblichen Klimaschutz, dabei gab es 1999 bereits energie-autarke dezentrale Lösungen, die heute 24 Jahre später immer noch ignoriert werden, wenn nur auf Windkraft und Solarstrom als Alternative gesetzt wird – bei uns in Deutschland bläst weder 24 Std. am Tag überall ein ausreichender Wind, noch scheint 24 Std. am Tag die Sonne, um alle Haushalte und Industrie mit Strom und Wärme zu versorgen …nur blenden dies die Verfechter der a) „Wärmepumpe“ und von b) Wind + Solar, gerne aus…und Nachts ist es dunkel Draußen…

Und darin liegt das grundsätzliche Problem: Zugunsten der Monopolisten wird nur „groß“ und nicht „klein“ gedacht – es geht nur um „die Finanzierung der Lobbys“, s. „Wärmepumpe“, daher hat die individuelle dezentrale Energieerzeugung auch bis heute keine Grundlage …s. die Gasumlage oder die exorbitant teuren Strompreise ab 2022 (Anmerk.: Deutschland’s Bürger zahlen weltweit den teuersten Strom! Überall ist es preiswerter, selbst in sog. „Dritte Welt Ländern“) – hier soll der Bürger für das Versagen der Politik den Geldbeutel herhalten und die Energieerzeuger treiben es ein – so etwas macht Politik, die an der Realität vorbei plant!

1999 war uns schon bewußt, daß nur echte Unabhängigkeit die Lösung ist, aber das Strom-Monopol in Deutschland ließ kein Zukunftsdenken zu…

 

Der Entwurf

(Aus dem Gedächtnis heraus dargestellt, da mir 2020 mein Studienrechner und alle Datenträger meines Studiums bei einem Einbruch in meine Wohnung von Kriminellen gestohlen worden sind! Bilder und org. Texte liegen aktuell nicht vor.)

Es sollte ein „energie-autarkes“ „solares Gebäude“ 1999 in Braunschweig innerhalb einer Studienarbeit eines „KE“ (Kleiner Entwurf) in 3 Monaten entworfen werden.

Der Entwurf ging damals in der Zusammenarbeit über 3 offizielle und 1 inoffizielles Institut an der TU Braunschweig (TUBS):

  • 1. Institut für Siedlungswesen, Prof. P. Krusche (Entwurfsherausgeber)
  • 2. Institut für Baukonstruktion, Prof. Burghart (Vorgänger von Prof. Kaag)
  • 3. Institut für Gebäude- und Solartechnik, Prof. Dr. Norbert Fisch
  • 4. Rechenzentrum TUBS (Computer-Renderings)

Unter der Hilfe durch Architekten/Ingenieure des Informationsdienst Holz, Informationsverein Holz e.V., Düsseldorf.

Herausgekommen ist nicht nur ein „energie-autarkes“ Gebäude, sondern ein heute unter der Bezeichnung „Energie-Plus-Gebäude“ bekannt – unser Gebäude war so gut und produzierte zuviel Energie, die damals mit der vorhandenen Technik nicht speicherbar war und wir mußten unser Gebäude wieder künstlich verschlechtern und verschatten, damit es für damalige Verhältnisse „glaubhaft“ war.

Wir hatten die komplette Baukonstruktion und Technik mit den damals neusten Techniken entworfen und auch die komplette Gebäudetechnik bis in Detail berechnet – unser Gebäude wurde als bester Ingenieurentwurf bezeichnet.

Gebäudefeatures

  • Thema: „Innovatives Solares Bauen“
  • Thema: „Innovative Ökologische Planung“
  • Thema: „Innovativer Holzbau“
  • „Multifunktionsgebäude“ für unterschiedliche Nutzungen
  • 4 Gebäudeteile unterschiedlicher Höhen, 3 in gleicher Reihe und 1 verschoben
  • 2 Dachterrassen mit Niederschlagsammlung für die Vakuumtoiletten
  • Mischgewerbliche Loftetagen mit maximaler Raumflexibilität
  • Horizontal und vertikal nach Bedarf verschaltbar
  • Komplett energie- und versorgungsautark (Ausnahme Trinkwasser)
  • 2-Spänner mit 4 Etagen
  • Externer Lastenaufzug (Vibrations und energetisch entkoppelt)
  • Zentrale interne Erschließung
  • Rampe ohne Hindernisse für jeden Benutzer/Besucher

Konstruktion

  • Holzbauständernbauweise aus damals neuer Erfindung der OSB-Platten
  • TJI-Trägern (Stegplatten) für Wände
  • 60 cm Wandstärke mit ökologischer Dämmung
  • 5 cm innenliegende Installationswand mit Brandschutzperlithen
  • Austauschbare „Opferplatten“ im Spritzwasserbereich
  • Holzmassivdecken
  • Massives Technikgeschoß im UG

Technik

  • Photochrome Fenstergläser
  • Physikalisch optimierte Luftheizung mit WRG
  • Röhrenkollektoren zur Wärmerzeugung an Balkonen
  • EWT (Erd-Wärme-Tauscher) im Garten
  • WRG über Kreuz-WT Zuluft-/Abluft-Heizung
  • PV-Anlage auf dem „Lofty“ (Dach) für die internen Stromprozesse
  • Umbau der kompletten Gebäudeelektronik auf 12 bzw. 24 Volt u.a. nach Bedarf
  • Vakuumtoiletten mit H2O-Verbrauchsminimierung
  • Kleinkläranlage mit Versickerungsteich im Garten
  • „Attikaheizung“ gegen Eisaufschub in Randbereichen des Flachdachs

Dieser Entwurf von 1999 ist mein prägendster Entwurf, der mit seiner Philosophie „form follows function“ bis heute richtungsweisend in späteren Architekturkonzeptionen mit der Basisphilosophie „form follows holism“ Einzug erhalten hat und Basis vieler folgender Weiterentwicklungen ist; daher erwähnenswert, um meine 25-Jahre alte Basis-Philosophie verstehen und nachvollziehen zu können.

Die Evolution

  • „Solar Loft II“, 1999 (Studium)

(freiberufl. Selbständigkeit ab 2008)

Mein aktuelles Projekt und neues Immobilienkonzept „Haus der Zukunft„, als Antwort der bisher gescheiterten energetischen Sanierungsversuche der Politik der letzten Jahrzehnte des Altbestands in den Städten, finden Sie unter dem Link:
https://bauen-und-gesundheit.de/Haus-der-Zukunft

 

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