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  • Beitrag veröffentlicht:29. Mai 2023
  • Beitrag zuletzt geändert am:22. Februar 2024
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Wohngesundheit: Asbest – leiser Killer

Einst ein hochgejubelter Baustoff, wurde zur schlimmsten gesundheitlichen Katastrophe

Entdeckt wurde Asbest bereits in der Antike zur wirtschaftlichen Verwertung (Gewänder, Leichentücher, Tischtücher) für „Besserbetuchte“ – zum Anfang der industriellen Revolution im 19. Jahrhundert hatte Asbest seine Hochzeit; wiedergefunden 1877 durch große kanadische Vorkommen. Im 20. Jahrhundert kam die Blütezeit in der Massenanwendung. Abbaugebiete sind: Russland, China, Thailand – jährlich sterben daran ca. 100.000 Menschen.

Nach dem WW2 wurde Asbest massenhaft durch den Wiederaufbau eingebaut. Asbest wurde nach Deutschland importiert und zu Produkten gewandelt. War es 1870 nur eine herstellende Firma; gab es 1980 bereits über 1000 davon.

  • Zwischen 1950 bis 1990 wurden ca. 4,35 Millionen Tonnen nach West-Deutschland importiert
  • Zwischen 1965 bis 1980 wurden jährlich ca. 180.000 Tonnen davon hergestellt.
  • Die DDR importierte bis 1989 ca. 1,4 Millionen Tonnen

Die gesundheitsschädliche Wirkung ist seit dem frühen 20. Jahrhundert bekannt gewesen – aber Geld, Umsatz und Marge sind wertvoller, als die Lungen und Gesundheit der Arbeiter und Nutzer in den Augen von Hersteller und Wirtschaft. Erst in 1990 wurde Asbest in Österreich und in der Schweiz, 1993 durch aktive Lobbyarbeit in Deutschland und 2005 EU-weit, verboten!

Bis heute gibt es immer noch kein öffentliches Zentralregister für mit Asbest kontaminierte Immobilien!

Lt. DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) traten 2016 etwa 2.000 Asbestose-Fälle jährlich auf. Betroffen sind 60-80 Jährige, da Asbestfasern ihre irreversible gesundheitsschädliche Wirkung/Folgen erst 30-40 Jahre nach der Anwendung hervorrufen – mit der nächsten Welle der Erkrankungen rechneten Mediziner (Zeitungsinterview RP, 31.05.2016, Dr. med. Andreas Meyer, Chefarzt der Pneumologie und Leiter des Lungenkrebszentrum Klinik „Maria Hilf“, MG) ab 2020. (Und was gab es dann ab dieser Zeit für „Lungenerkrankte“…?)

 

Was ist Asbest ?

Asbest (griechisch: asbestos „unvergänglich“) ist eine Sammelbezeichnung natürlich vorkommende mineralische Faser aus silikatischen Mineralien. Ihre Größe liegt um die 2 Mikrometer (Tausendstel Millimeter).

Typische Vertreter:

  • „Blau“ – Magnesioriebeckits (Krokydoliths/Hornbleden („Blauasbest“))
  • „Weiß oder grün“ – Klinochrysotils (Serpentingruppe)
  • „Braun“ – Grunerit (Amosit, „Brauner Asbest“), Anthophyllit, Aktinolith
  • „Weißasbest“ – „Chrysotil“ ist die weitaus bekanntes Form in der wirtschaftlichen Anwendung

Eigenschaft: Hitze- und säurebeständig, hohe Festigkeit, Elastizität und Zugfestigkeit sowie leichte Bindefestigkeit zu anderen Produkten, hervorragend isolierend und verwendbar.

 

Wo findet sich Asbest ?

Klassisch verbaut wo es überall „heiß“ wird, aber nicht nicht nur dort.

  • Fahrzeugbau: z.B. Brems- und Kupplungsbeläge, Autoreifen
  • Schifffahrtindustrie
  • Bauwirtschaft (s.u.)
  • Isolierindustrie
  • Schutzkleidung (Industrie, Feuerwehr, ..)
  • Elektronik (Bauteile, Heizgeräte, Haushaltsgeräte u.a.)
  • Über 3.000 asbesthaltiger Produkte waren zu Beginn 1980 auf dem Markt

Aber auch in der Architektur als Baustoff – die Fa. „Eternit“ ist damals dafür bekannt gewesen und heute das Synonym für „Asbest“ bzw. die Folge „Asbestose“! Das Wort „Eternitplatten“ löst regelrechte Panik unter wissenden Hauskäufern aus, weil die Sanierung mal eben zusätzliche Kosten von 100.000 EUR für ein EFH bedeuten kann und einen massiven Wertverlust darstellt!

  • Hochhäuser, Behördengebäude, …Wohnungen
  • Dächer, Wände, Böden  mit „Asbestzement“ (Patent 1900)
  • „Wellblech“-Substitut (s. Titelbild, Kunde)
  • Fassadenplatten „Asbestzementplatten“ (1979 ca. 59% der gesamten Verwendung in der DDR)
  • Heizungs- und Lüftungsrohre
  • Dichtungen
  • Deckenelemente im Gewerbe- und Bürobau
  • Dämm-Material (Gebäudetechnik, Wärme)
  • Brandschutz (Spritzasbest: Verbot West-Deutschland: 1979; Ost-Deutschland: 1969) für z.B. Stahl (offene Tragkonstruktion) und Stahlbeton (Decken, Pfeiler u.a)
  • PVC-Bodenbeläge (Nur West-Deutschland: Bis heute noch in Altbauten eingebaut – oft bei Wohnungs(bau)genossenschaften und Behörden zu finden!)
  • Zuschlag bei allen flüssigen und zähflüssigen Bausubstanzen im Baustoffhandel (1960er bis 1971er)
  • u.a.

 

Was ist bei der Bearbeitung von asbesthaltigem Material zu beachten ?

Das Verbot bezieht sich jedoch nur auf die Herstellung von Abestprodukten, nicht aber auf bereits verbautes Asbest…

Jedes Gebäude, erbaut vor dem Verbot 1993 kann Asbest enthalten, sofern keine umfassende Grundsanierung bis heute stattgefunden hat!

Solange Asbest in festgebundener Form vorliegt geht die gängigen Mainstram-Meinung davon aus, daß keine Gefahr davon ausgeht – Ich habe jedoch in 15 Jahren Bauwerksdiagnose Anderes erleben können und spreche hier mein Votum aus: Die jahreszeitlichen Wechsel/Verwitterung zusammen mit der UV-Strahlung zersetzen das Asbest langsam, was der Umwelt direkt ausgesetzt ist – z.B. s. Titelbild „Dach eines Gewerbebaus mit Wohnungen direkt unter dem Dach“, Fall aus dem Jahr 2010.

Jegliche mechanische Arbeit durch Sägen, Bohren, Schleifen, Hämmern oder unsachgemäßer Handhabung setzt feinste lungengängige Fasern frei.

Eine fachgerechte Asbestsanierung bei Umbau oder Abriß ist ein behördlicher anzumeldender Vorgang, der nur von akkreditierten Unternehmen umgesetzt werden darf – der Mißbrauch durch überhöhte Sanierungskosten ist hier vorprogrammiert (eigene Erfahrung mit einigen Asbestsanieren!), daher scheuen private Eigentümer oft die Sanierung und beim Verkauf wird das Vorhandensein von Asbest selten in den Exposeés erwähnt …; einen Sachverständiger bei der Kaufbegleitung zu Rate zu ziehen schützt vor bösen Überraschungen.

 

Welche gesundheitlichen Folgen hat Asbest ?

Asbestfasern über einen längeren Zeitraum eingeatmet.

Die bei der Herstellung aufgespaltenen und durch mechanischer Verletzung feinen Fasern sind lungengängig und lösen in dem Lungengewebe Entzündungsreaktionen aus. „Fresszellen“ schaffen den Abbau jedoch nicht und gehen zu Grunde. Dabei setzen sie Toxine frei. Der Organismus reagiert als natürliche Immunabwehr auf diese Intoxikation mit der Einkapselung der Asbestfasern in der Lunge; dabei vernarbt die Lunge schrittweise und die roten Blutkörperchen können dadurch nur noch weniger Sauerstoff aufnehmen – die Folge: Atemprobleme durch Sauerstoffunterversorgung …mit allen daraus resultierenden und bekannt Lebenseinschränkungen, wie z.B. Lungenkarzinome, Kehlkopf- und Rippenfellkrebs.

Die „Asbestose“ ist seit 1943 (je nach Quelle bereits 1930 und 1936) als Berufskrankheit (DGUV) anerkannt

  • BK 4103 „Asbeststaublungenerkrankung (Asbestose)“
  • BK 4104 „Lungenkrebs oder Kehlkopfkrebs oder Eierstockkrebs“
  • BK 4105 „Durch Asbest verursachtes Mesotheliom, des Rippenfells, des Bauchfells oder des Pericards (Herzbeutel)“
  • BK 4114 „Lungenkrebs durch das Zusammenwirken von Asbestfaserstaub und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen“

Eine private Anerkennung als „Opfer einer Asbestfaser-Exposition“ gibt es nicht; der Nachweis muß vom Opfer bewiesen werden und hier können frustrierende Jahre bis zu einer evtl. Anerkennung vergehen (Anmerk.: was nicht heißen soll, dass die berufliche Anerkennung einfacher ist – die KK scheuen bei Intoxikationen zu helfen und zu zahlen…) – auf Ihre gesundheitlichen und finanzielle Kosten! International ist Asbest nach wie vor ein Problem, da in vielen Ländern Asbest noch erlaubt ist und ebenso internationale Anwendung findet.


Eigenwerbung
AT-PUB-2023-A14 – „Fallbeispiele 2012-2023“, 10.06.2023
(Überarbeiteter Text auf 20 DIN A4-Seiten als PDF-Download, 1 MB)
Kauflink: https://bauen-und-gesundheit.de/downloads/fallbeispiele-2012-2023


Welche bekannte Symptome hat Asbest ?

Erste Anzeichen sind:

  • Nach langem fortschreitenden Reizhusten, Belastungen, tiefer Inspiration: Kurzatmigkeit
  • Nachlassende körperliche Belastung
  • „Trockener Husten“
  • Später Chronische Bronchities
  • Emphysematöse Lungenveränderung
  • Verdacht: Bläuliche Verfärbung von Fingerenden und Lippen
  • Fibrose des Lungengewebes

Da Symptome ähnlich einer chronischen Bronchities sind, gehen Betroffene oft zu spät zum klassischen Mediziner; eine parallele Untersuchung ggf. mit Probennahme der Arbeitsräume und dem privaten Zuhause findet ebenfalls zu selten statt!

 

Haben Sie Achtsamkeit ?

Nur mal so am Rande erwähnt, welche Falschdiagnosen im „Kronen-Pandemiealter“ hier umgesetzt worden sind, wenn der „Asbestose-Husten“ fälschlicherweise als „Virus-Symptom“ gedeutet worden ist, weil im „Panikzeitalter des Virus“ (2020-2023) detaillierte Diagnosen gegen den schnellen „Spritzwahn“ der Politiker, klassischen Mediziner und Mitläufer ausgetauscht worden ist! Haben Sie nachgefragt ?

„Jegliches Krankheitssymptom wurde nur noch als Viruserkrankung tituliert“:

 

Wie kann ich Ihnen helfen ?

Ich beschäftige mich ganzheitlich und holistisch mit „Gesundheit in der Architektur“ – als Baubiologe und Bausachverständiger ist die Gebäudeuntersuchung das A und O, Unregelmäßigkeiten aufzudecken und Ihnen über Lösungsmöglichkeiten zu helfen

Über eine gezielte Probennahme kann jeder potentiell gefährliche Baustoff u.a. (anorganische und organisches Material sowie Flüssigkeiten) auf seine Toxizität hin labortechnisch untersucht werden. Erst nach dem Wissen kann eine zielgerichtete Sanierung stattfinden, um neben dem Gesundheitsschutz auch die Kosten im Auge zu behalten, denn „Gesundheit im Raum“ ist Ziel für Sie und Ihre Familie/Nutzer  – Alles andere wäre „Russisches Roulette“.

In eigener Sache

Der Autor: Ich möchte mich kurz vorstellen. Meine Name ist Christian Lemiesz – der vor 200 Jahren eingedeutschte Name „Lemiesz“ heißt auf polnisch „Lemiesch“ und ist das Messer vorne am Pflug der den Acker durchpflügt – als Sachverständiger teile ich Fakten und Meinungen, zwischen Wahrheit und Lüge.

Meine Beiträge beruhen auf Erfahrung (mehrere Berufe, Ehrenamt, Privat), Wissen (6 Fachbereiche) und den neuesten Erkenntnissen der internationalen medizin-/wissenschaftlichen Forschung z.B. der Epigenetik, technischen Errungenschaften u.a. – ich bin analytisch, kritisch und hinterfrage … grabe oft das aus, was lieber gerne unter dem Teppich gekehrt bleiben will. Dargestellte Fakten und Beweise treffen nicht immer auf die Gegenliebe von Tätern und deren Mitläufern und so manch Kritiker, der sich der Wissenserweiterung gegenüber verweigert, weil doch die eigene Seifenblase so sicher und schön ist, als die Komfortzone verlassen zu müssen!

Ich trage zum Wissenstransfer und Weiterbildung (u.a. Berater, Dozent, Autor, Blogger) bei – viele Leser haben seit 2011 auch einen kostenlosen Nutzen zur Wissensanreicherung durch meine Beiträge erhalten (dieser Beitrag hat bisher: 3.199 Leser, Stand 23.11.2023) – nur von „Besucherzahlen“ allein kann dieser Blog, als Teil meiner beruflichen Leistungen mit der damit verbundenen Arbeit in der heutigen „Post-Viralen-Zeit“ mit Arbeits- und Gesundheitseinschränkungen in der bisherigen Form nicht weiter existieren. Jeder Beitrag ist ein zeitlicher Arbeitsaufwand der auch honoriert werden will: Daher habe ich mich im Frühjahr 2023 dazu entschlossen, umfangreiche Blogthemen nur noch als kostenpflichtige Publikationen anzubieten:

a) Digitale Publikationen (Wissenstransfer aus Architektur + Gesundheit)

Darüber hinaus biete ich weitere digitale Leistungen an:

b) Digitale Dienstleistungen (Digitaler Kauf analoger Dienstleistungen)
c) Digitale Termine (Kostenpflichtiges Buchen individueller Beratungstermine)

Mit Ihrem Kauf meiner digitalen Leistungen zeigen Sie mir, daß Sie die damit verbundene Arbeit weiter wertschätzen und den Sprung in das digitale Zeitalter gemeinsam mit mir bestehen wollen, Beiträge, Publikationen und Angebote auch zukünftig weiter nutzen zu wollen! Danke.

Christian Lemiesz
„Gesunde Räume – gesunde Menschen“
Holistischer Service in Baubiologie, Architektur & Gesundheit
https://Bauen-und-Gesundheit.de

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