Qualität am Bau: Benötigen Sie einen “Baubegleiter” oder “Baubegeher” ?

Eine “Baubegleitung” erfolgt in periodischen Abständen zum Bauablauf, auf Zuruf des Bauherren oder lt. Ratenzahlungsplan und Angebot.
Diese Dienstleistung kommt oft bei der Begleitung von Bauträgermaßnahmen zum Einsatz.

Eine “Baubegehung” ist ein einmaliger Ortstermin zur Untersuchung oder Besprechung,
und ist eher im Bereich der einmaligen Schadensbegutachtung von Bauschäden angesiedelt.

Folgende Inhalte beruhen auf Erfahrungen der letzten Jahre.

Viele Bauherren kaufen oder bauen nur ein Mal in Ihrem Leben.
Leider schaut auch ca. die Hälfte der Bauherren dabei nur auf die Kosten und vernachlässigen die Sicherheit.

Viele Bauherren haben jedoch mittlerweile spitz bekommen, dass ein Hausbau über einen Bauträger doch nicht so einfach ist, als mit einem Architekten zu planen und hat nicht immer Etwas mit Qualität, für Ihr hart verdientes oder per Kredit geliehenes Geld, zu tun hat.

Einen Sachverständigen möchten dann doch viele Bauherren dabei haben, aber kosten darf der Sachverständige auch nicht viel!

Warum eigentlich ?

Was kostet ein Gebäude ?
Etwa 250.000-500.000 Euro für ein 1-2,5 geschossiges EFH ohne oder mit Grundstück im Großraum Düsseldorf.

Was kostet ein Bausachverständiger ?
marktgängige Kosten liegen bei etwa. 1.500-2.500 Euro für 6-8 Baubegleitungstermine ohne/mit Protokollerstellung und Beratung.

Aber vielen Bauherren sind diese Kosten von 0,5 – 0,6 % Ihrer Bausumme für ihre eigene Sicherheit einfach zu hoch und verzichten dann lieber ganz oder wollen einfach nur ein preiswertes Angebot und erhalten dann aber auch nur abgespeckte Inhalte mit Leistungseinbußen.

Leistung ist immer mit Gegenleistung verbunden – zahlt der Auftraggeber Nichts, darf er keine Leistung erwarten!

Viel Arbeit sieht der Auftraggeber auch nicht, was zeit- und kostenintensiv ist und nicht in seiner Gegenwart stattfindet, oft auch nicht in Rechnung gestellt wird.

Nehmen wir zB. einmal einen ganz normalen Arbeitsablauf:

a) Erstkontaktaufnahme

– Per eMail, Beantwortung bis zu 15 Minuten
– per Telefon, Gespräch bis zu 30 Minuten durchschnittlich
– Schreiben eines individuellen Angebots mit Anschreiben, 1-3 Stunden

b) Beauftragung/Auftrag

– Ausdruck sämtlicher Unterlagen, Kosten Druck, Papier, Zeit, 1 Stunde
– Technische Prüfung des Kaufvertrages, 1-4 Stunden
– Prüfung der Baubeschreibung, 2-8 Stunden
– Prüfung der Sonderabsprachen, 1-2 Stunden
– Prüfung der Pläne, 1-2 Stunden
– Protokollerstellung Vorarbeit, 2-8 Stunden

c) Vorbereitung zum Termin

– Historienanalyse
– Dokumente sichten
– Einlesen
– Prüfen
– Messgeräte zusammenstellen
– Unterlagen zusammenstellen
– Telefonate führen
– Termine koordinieren

d) Durchführung des Termins

– Bei Sonne, Wind und Wetter
– Begehung und Begutachtung von Konstruktion, Ausführungsqualität
– Analyse und Ursachenfindung
– Messungen durchführen
– Dokumentation des Baufortschritts per Foto
– Evtl. Probennahme von Schadstoffen/Altlasten
– Diskussion mit Beteiligten

e) Nachbereitung des Termins

– Geräte säubern und Akkus aufladen
– Kleidung reinigen
– Datenübertragung + Datenverwaltung
– Messwerte auswerten
– Anschreiben Labor fertigen
– Evtl. Proben versandfertig machen und zur Post bringen
– Evtl. Laborergebnisse prüfen
– Messprotokolle erstellen
– Schriftstück (Protokolle, Berichte, Gutachten, Bildernachweise) erstellen
– Rechnung erstellen
– Anschreiben Kunde
– Schriftstücke Versandfertig machen und zur Postbringen

f) Honorar

– Kontrolle des Geldeingangs prüfen

O.g. Punkte stellen nur einen kleinen Auszug aus der Sachverständigenarbeit dar.

Oft kann der Sachverständige dem Kunden nicht den kompletten Zeit- und Arbeitsaufwand in Rechnung stellen, weil er sonst keine Aufträge erhält – die großen Büros sind da rigoros und stellen jede Minute und jeden Handschlag dem Kunden in Rechnung, was der “kleine Sachverständige” nicht kann.

Der Kunde sieht von der Arbeit des Sachverständigen nur ein Bruchteil:

– Kontaktaufnahme: Telefon/eMail
– Erhalt des Angebots
– Beauftragung per eMail/Post
– Evtl. noch einmal ein Telefongespräch vor dem Ortstermin
– Ortstermin mit Leistung vor Ort + Diskussion
– Evtl. ein Schriftstück mit der Rechnung

Was leistet der Bausachverständige während des Auftrages ?

Nehmen wir hier wieder die Baubegleitung:

– Kontrolle von Baubeschreibung, Bauplänen, Kaufvertrag, Sonderabsprachen
– Regelmäßige Kontrolle des Baufortschritts und der Baustelle
– Eingriff in den Bauablauf, wenn “Gefahr in Verzug” ist
– Beantwortung von Fragen telefonisch/eMail mit Zeitaufwand
– Telefonate und Diskussionen mit allen Beteiligten
– Sanierungsvorschläge per Text, Zeichnung nach den anerkannten Regeln der Bautechnik
– Augenmerk nicht nur auf Bautechnik, sondern auch auf Schadstoffe und Gesundheit im Bauablauf
– Evtl. Einleitung von Probennahmen bei ersten Nässe- und Schimmelpilzschäden
– Beratung wenn etwas schief läuft
– Diskussion mit dem Bauträger, Polier, Bauleiter u.a.

So, nun hier die Gretchenfrage:

Was ist der Bausachverständige dem Bauherren wert ?

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